Die _wahre_ Bedrohung

…ist nicht der Irak oder der Konflikt generell.

Am Sonntag stand ich in der Baeckerei und konnte sehen, wo die Wurzel allen Uebels herkommt. Die taeglich abermillionenfach gelesene Bild hats auf der Titelseite als Headliner offenbart.
Dieser komische Moderator von “(Dumm-)Deutschland sucht den Superstar” ist momentan das Problem Nr.1 !! Jetzt soll er wohl noch einen weiteren Bekannten beklaut haben… irgendwas, was mehr als 200€ wert ist (so dir Fotobeschreibung). Stellt euch das mal vor??? Ist das nicht schrecklich??? Und gut, dass uns dieses Blatt immer auf dem Laufenden haelt, wochenlang die Schlagzeilen damit fuellt.

Boah, wenn ich an dieses DRECKSBLATT denke :rage: und sehe, dass es von ABERmillionen taeglich gelesen wird, bekomme ich immer Lust, auszuwandern. Aber ok, solche Blaetter gibts wohl in vielen Laendern.

Musste das einfach mal loswerden…

Beorn

Das WIRKLICH Frustrierende daran ist aber nicht, dass es so viel gelesen wird. Ich habe zum Beispiel einen Kollegen, der hat die Bild abboniert, weil er dadurch einen DVD-Player relativ günstig erhalten hat.

Das WIRKLICH Frustrierende ist, dass das, was die Zeitung schreibt auch von dem Großteil der Leute geglaubt wird, die diese Zeitung lesen. Vor allem in “Betrieben” und “Arbeiterfirmen” ist das echt übel.

mfg
jj

Das Volk ist hohl, das macht der Kohl,
er blaeht nur unterm Schurze.
So herrscht im Reich, ich sag zum Wohl,
politisches gefurze.

Walther von der Vogelweide, um 1150

Heutzutage mach das nicht ich, sondern Bild… :grin:

Jo und dann steht da wieder die Gewerkschaften blockieren wieder alles, na doll, dann treten die Leute da aus… Was ist denn ein Land ohne Gewerkschaften? Ne Sowjetrepublik oder ne Diktatur?

Jo und dann steht da wieder die Gewerkschaften blockieren wieder alles, na doll, dann treten die Leute da aus… Was ist denn ein Land ohne Gewerkschaften? Ne Sowjetrepublik oder ne Diktatur?

die gewerkschaften haben ihren zenith schon weit ueberschritten.

die kuemmern sich bloss mehr um geringverdiener mit arbeit.

arbeitslose spielen bei denen keine rolle, und es interessiert sie einen scheissdreck, dass ich zu den deppen gehoere, die alles finanzieren. ich darf die haelfte von meinem gehalt abdruecken, ohne dafuer entsprechende leistungen zu erhalten: die rente, die ich mal bekomme ist ein witz, genauso wie die leistungen der gesetzlichen krankenversicherung, und auf die sonstigen versicherungen scheisse ich auch: die sind privat viel besser und guenstiger.

die sollen bloss ihre fresse halten, diese scheisser! es wird echt zeit dass die entmachtet werden, sonst haben wir bald 10 mio arbeitslose und ich darf 80% abdruecken!

Hi!

Danke Kohl. Mehr ist zum Thema Gewerkschaften nicht zu sagen. Es ist wirklich unfassbar, was da ablaeuft. Aber glaubst Du im Ernst dran, dass wir noch Rente bekommen werden? Das wage ich mal stark zu bezweifeln. Und wenn ueberhaupt, dann so ne Art Mindestrente von 100 Euro fuer jeden. Mehr wirds sicher nicht werden.

cu FJ

@JJ: Seit wann kann man die Bild abbonieren? Wir wollten die mal für unsere Schule abbonieren, aber da wurde uns gesagt, das geht nicht. DAs ist allerdings auch schon…rechne rechne…äähh…6 Jahre her…scheisse die zeit vergeht…

Aber man kann über die Bild sagen, was man will, aber der Sportteil (fussball) ist nun mal der Beste. DA kann kaum eine andere Zeitung mithalten.

Und andere Rubriken sind auch “super”. Ich mein, wen interessiert es nicht, warum die süsse Krankenschwester Julia heute ihren Kittel vergessen hat?

Grüsse Krusty

Ich glaube auch nicht das man Bild abonnieren kann -
das geht imho nur mit der Bild am Sonntag.

andererseits - Wayne Interessierts ?

ich schau mir immer nur die Bilder an - heisst ja auch Bild! :wink:
Ist doch 1a gratisunterhaltung in der U-Bahn.

Gut halt ich die Fresse, ich hab auch keine Lust mehr das jedem zu erklären.

schade, auf die Erklaerung waere ich seeehr gespannt gewesen…

Beorn

Gut halt ich die Fresse, ich hab auch keine Lust mehr das jedem zu erklären.

ich waere schon mal daran interessiert zu hoeren, was sich gewerkschafter so denken und warum es sozial gerecht sein soll, dass ich fuer alle bezahle.
wenn dir von euro250 gehaltserhoehung netto 70euro uebrigbleiben, so wie mir, dann fragst du dich schon mal ob sich das eigentlich alles noch lohnt.

wenn das so weitergeht dann ziehe ich die konsequenzen und wandere aus, dahin, wo mir von meinem geld noch was uebrig bleibt. ich habe echt langsam die schnauze so voll.

allein die ganzen luegen, was den arbeitgeberzuschuss betrifft, geben mir schon den rest. arbeitgeberzuschuss gibt es naemlich nicht, das ist alles mein gehalt, rein betriebswirtschaftlich betrachtet. wenn ich das noch mit einrechne, und dann die mehrwertsteuer, benzinsteuer etcetc. dann habe ich locker leicht und flockig 70-80% steuerquote. geil, oder?

nö beleidigt :roll_eyes:

OK, bin voll versuchs zu erklären…

  1. die Gewerkschaften haben den Zenit noch lage nicht überschritten, mich kotzt diese deutsche Scheisse an, man schaue mal in unsere Nachbarländer… In Schweden funktioniert der Neokorporatismus recht gut, genauso wie in den Niederlanden, wo haben wir uns denn das “Bündnis für Arbeit” abgeguggt? Der Unterschied zu Deutschland: Die Verbände gehen aufeinander zu und arbeiten nicht gegeneinander. In Deutschland versucht man die Verbände an den Tisch zu zwingen durch den Staat, in diesen Staaten haben sie die Problematik erkannt und haben a priori gehandelt.
  2. die Gewerkschaften kümmern sich tätsachlich nur um die Erwerbstätigen, das ist ja auch ihr Sinn. Ne Gewerkschaft der Arbeitslosen ist ne Superidee, schlage da den Bundesminister für Arbeit vor. Arbeitslosigkeit ist ein Problem des kapitalistischen Systems, es tritt ganz natürlich auf, genauso wie Wirtschaftskrisen (Marx [Kapital lesen lohnt]). Die Gewerkschaften stellten sich schon immer quer gegen Rationalisierung (nicht gegen Modernisierung).
  3. Die Lohnstückkosten sprichst du sicherlich an. Dazu, Deutschland liegt im Europäischen Mittelmaß. Diese Kosten zu senken beinhaltet das die beiden großen Verbände aufeinander zu gehen. Achja das mit den Leistungen, ich hoff ma du wirst nie eine Arbeitsunfähigkeit haben, des ist nämlich scheisse und schnell passiert… Auch wünsch ich keine Erkrankungen, die chronisch sind, oder Krebs, den man behandelt haben möchte, um noch ein anständiges Leben zu führen.
  4. Rente ist mit sicher ein Problem, ohne Vollbeschäftigung=kaum Rente, dazu wollen die Alten auch einfach nicht so schnell sterben, auch das ist ein Problem, das der Neokorporatismus lösen muss, und zwar alleine, ich mein warum gibs in Schweden nicht solche Probleme?
  5. Gesetzliche Krankenverischerung und private, das ist der Hohn schlecht hin. Es gibt Leute die brauchen Hilfe über diese Krankenversicherung (sicherlich wird da auch missbraucht, soll aber im Moment keine Rolle spielen). Die private ist billiger, die gesunden Leute gehen darein, is ja meistens so, was kommt dann: klar die gesetzlichen müssen die Beiträge erhöhen, um die Kranken zu versorgen. Und nun schreit wieder alles, weil die Lohnstückkosten steigen.

die sollen bloss ihre fresse halten, diese scheisser! es wird echt zeit dass die entmachtet werden, sonst haben wir bald 10 mio arbeitslose und ich darf 80% abdruecken!

das ist wie gesagt ein Problem, das beide Arbeitsverbände und den Staat was angeht, selber Schuld, wenn die nicht im Sinne des Volkes handeln… Macht aber nix, irgendwann sieht der mündige Bürger die Probleme und macht tabula rasa, auch wenn die Deutschen keine Ahnung von Revolutionen…
So Bett und nie wieder Alkohol :wink:

ich waere schon mal daran interessiert zu hoeren, was sich gewerkschafter so denken und warum es sozial gerecht sein soll, dass ich fuer alle bezahle.
wenn dir von euro250 gehaltserhoehung netto 70euro uebrigbleiben, so wie mir, dann fragst du dich schon mal ob sich das eigentlich alles noch lohnt.

wenn das so weitergeht dann ziehe ich die konsequenzen und wandere aus, dahin, wo mir von meinem geld noch was uebrig bleibt. ich habe echt langsam die schnauze so voll.

allein die ganzen luegen, was den arbeitgeberzuschuss betrifft, geben mir schon den rest. arbeitgeberzuschuss gibt es naemlich nicht, das ist alles mein gehalt, rein betriebswirtschaftlich betrachtet. wenn ich das noch mit einrechne, und dann die mehrwertsteuer, benzinsteuer etcetc. dann habe ich locker leicht und flockig 70-80% steuerquote. geil, oder?

Dieses Denken wurde unter Helmut eingeführt… Es forderten die Arbeitgeberverbände nicht die Gewerkschaften, 250 Arbeitsmarktgesetze nicht eins für die Arbeitnehmer war schon cool…
Arbeitgeberzuschuss, meinst du wirklich das das die Gewerkschaften gefordert haben? Also… ach ich muss nu zu Bett

biste irre?
du findest wahrscheinlich auch die Kommentatoren bei live Übertragungen kompetent …

Marx [Kapital lesen lohnt

ja wenn man sich besicken will ueber vollkommen falsche vorstellungen von betriebs- und volkswirtschaftslehre aus dem 19. jahrhundert, dann lohnt es.
als naehrboden fuer gute ideen taugt es leider seit ca. 100 jahren nix mehr. zu seiner zeit war das allerdings ein beachtenswertes werk, das denkanstoesse gab.

aber das war alles einmal.

In Schweden funktioniert der Neokorporatismus recht gut, genauso wie in den Niederlanden

aber wir sprechen von den gewerkschaften in deutschland. die wollen doch gar keine flexibilisierung des arbeitsmarktes.
die wollen einfach nicht einsehen, dass nicht alle errungenschaften der gewerkschaften aus den letzten 150 jahren in unsere zeit passen.
siehe arbeitgeberzuschuss: das ist pervers! kleine firmen koennen sich keine neuen mitarbeiter mehr leisten, wenn die kalkulation sowieso aeusserst duenn ist, und du pleite gehst, wenn die auftraege wegbrechen, weil du ihn nicht feuern kannst.
siehe rentenversicherung: das ist vom grundprinzip her volksverdummung, das ginge auch bei vollbeschaeftigung nicht mehr lange gut. wenn ich das, was ich in die rente zahle, privat anlegen wuerde, dann koennte ich in 20 jahren aufhoeren zu arbeiten!
ich koennte noch viele solche beispiele nennen.

Die Lohnstückkosten sprichst du sicherlich an. Dazu, Deutschland liegt im Europäischen Mittelmaß.

das ist die typische luegerei der gewerkschaften, die mich so ankotzt. es gibt branchen, die stehen von den lohnstueckkosten sogar gut da, siehe BMW oder AMD in dresden oder Nokia/Motorola.

aber das ist nur die halbe wahrheit! etliche branchen sterben wegen zu hoher lohnnebenkosten, siehe bau, siehe handwerker, siehe produktionsbetriebe mit hohem anteil an menschlicher arbeitskraft, da wird gar nix mehr investiert! 4,5 mio arbeitslose kommen nicht von nirgendwo her!

ausserdem: LOHNSTUECKKOSTEN! du tust so als waeren wir noch eine industriegesellschaft, die hauptsaechlich produziert. das sind wir aber nicht mehr! handel und dienstleistung, forschung und entwicklung, das sind die heutigen cash-cows. produktion hat, glaube ich, so ~30% an der wertschoepfung heutzutage.

aber dass das an den gewerkschaften vorbei geht, ist mir klar. die sehen nur das was sie wollen.

250 Arbeitsmarktgesetze nicht eins für die Arbeitnehmer war schon cool…

wenn du glaubst, heutzutage wie im 19. jahrhundert die interessen der ‘arbeitnehmer’ und ‘arbeitgeber’ auseinanderdividieren zu koennen, dann bist du total auf dem holzweg!
wir haben hier eine hochkomplexe postindustrielle gesellschaft, und du hast kaum noch ‘kapitalisten’ und ‘arbeiter’.

und genau das zu verstehen sind die gewerkschaften nicht im stande.

lol den spinner ham wir grad in deutsch dran g

  1. Stoffi kommt einfach immer wieder auf’s wesentliche zurück.

  2. Lohnneben - und Lohnstückkosten. Soweit ich weiss, liegt Deutschland da nicht im Mittel, sondern mit vorne, nur geschlagen von… Dänemark glaube ich? Bin mir aber auch nicht sicher und es kann auch sein, dass ich alles durcheinander werfe.

Ich wollt nur mal kurz was einwerfen → is echt interessant eure Diskussion. Also ich als dummer kleiner Schüler hätt echt nicht gedacht was alles in DE abgeht aber, ConCarne-Forumleser sind halt im Vorteil! Diskutiert bitte eifrig weiter will das jetzt alls wissen :thinking:

Isch han da mal ne frage.

Wie würdet ihr das problem der arbeitslosigkeit angehen?

Meine vorstellung sieht so aus, dass den arbeitslosen mehr eigenverantwortung aufgedrückt werden sollte. Damit meine ich, dass den zum teil faulen säcken der anreiz zum arbeiten fehlt. Dazu kommt noch, dass denen das teilweise scheiss egal ist, dass sie von dem arbeitenden volk durchgefüttert werden.

Ich wäre dafür, die arbeitslosenhilfe genau ein jahr lang auszubezahlen und den leuten dann die geldmittel so weit runterzuschrauben, dass sie gezwungen sind jobs anzunehmen, die sie vielleicht gar nicht gelernt haben, oder für die sie sich nicht gut genug sind.
Es kann einfach net sein, dass sich die arbeitslosen denken, dass es sich gar net lohnt arbeiten zu gehen, wenn sie soviel geld vom staat bekommen und noch locker flockig ne runde schwarzarbeiten gehen.

Jeder kann in die situation der arbeitslosigkeit geraten, aber es muss auch ein anreiz dasein wieder in den arbeitsmarkt einzusteigen. Wenn der net vom Arbeitsmarkt kommt, dann müssen sie gezwungen werden. Es gibt genug jobs, die keiner machen möchte, der studiert hat, oder ne ausbildung hinter sich hat. Meine devise ist: Ran an die wurst und ackern! Sollen se doch für 4€ netto die stunde unsere strassen, gärten und grünanlagen sauber halten. Dabei spreche ich schon von extremfällen. Es gibt genug andere jobs in deutschland. Oh, die tüteneinpacker im supermarkt sind schon lange überfällig.

Ich bin mal gespannt, ob ihr da wenigstens teilweise meiner meinung seid. Mich interessierts halt, ob ihr vielleicht noch andere lösungsvorschläge habt. Vielleicht sogar bessere, oder humanere. g


Zum tema arbeitslose ausländer kann ich auch nur sagen, dass die ran müssen. Ich weiss leider keine quote, aber es geht hier ums prinzip. Die sollen deutsch lernen und ackern gehen wie jeder normale bundesbürger. Die tun “manchmal” so, als ob sie hier im paradies leben würden. Wenn ich mir vornehme nach australien auszuwandern, dann hab ich erstmal etliche hürden zu nehmen, bevor die mich da überhaupt reinlassen!!! Eine dieser hürden ist dort unten selber überleben zu können ohne dem staat und damit der arbeitenden bevölkerung auf der tasche zu liegen.

Versteht mich net falsch, ich hab nix gegen ausländer und ich möchte hier auch von den besonderen situationen mancher mitbürger absehen, die in not nach deutschland gekommen sind, oder die krankheitsbedingt net so richtig arbeiten können, aber irgendwie komme ich mir im eigenen land schon ziehmlich verarscht vor. Ich weiss auch, dass viele ausländer ihr eigenes geld verdienen, aber mir gehts hier nur um die familie aus XYZ, die fünf kinder hat, ne wohnung gestellt kriegt, die sozialhilfe deftig zahlt, das kindergeld in strömen rüberwächst, die mama schwarz putzen geht, der papa auch schwarz ackert und die dann etliche tausend € vom staat kassieren und wie die maden im speck leben. (und kein deutsch sprechen)
Natürlich haben wir diese fälle auch in deutschen familien, aber sowas regt mich einfach noch mehr auf.

So, und jetzt dürft ihr meinen post auseinandernehmen.

Gruss

Sebastian