Generische Domains mit Umlauten.

Hiho.

Es hat sicherlich noch nicht jeder mitbekommen, dass man sich seit einiger Zeit Internet-Domains mit Umlauten vormerken lassen kann.
Das gilt für derzeit für die Top-Level Domains .com & .net

Folgende Zeichen können für Extended Domains eingesetzt werden:
Die bei regulären Domainnamen zulässigen Zeichen a-z, 0-9 und '-' und zusätzlich: ä, à, á, â, è, é, ê, ì, í, î, ö, ò, ó, ô, ü, ù, ú, û und ß (wird aufgelöst zu ss). Eine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung findet nicht statt. 

Funktionsweise:
Domainnamen durften bisher nur Zeichen aus dem ASCII-Standard-Zeichensatz enthalten, der sprachspezifische Sonderzeichen (z.B. die deutschen Umlaute ä,ü,ö) nicht enthält. Der neue Standard für Extended Domain codiert mithilfe eines speziellen Übersetzungsverfahrens die erweiterten Zeichensätze im Domainnamen in eine ASCII-Variante.
So lautet die codierte Version von www.müller.com beispielsweise xn--mller-kva.com. Die Registrierung des Domainnamens erfolgt ebenfalls in seiner codierten Form.

Mit einem Plug-In könnt Ihr den IE “umlaut-fähig” machen: http://www.idnnow.com/index.jsp

Wer, will kann sich bei mir zwecks verbindlicher Vorbelegung einer solchen Domain melden; sofern noch verfügbar, bedeutet das bei einer vorläufigen Freigabe Kosten von 1,69 € pro Monat für 12 Monate im voraus.

Man trifft sich dann auf äh.com oder é.net :wink:

hey ist ja cool :smiley:
was passiert eigtl. wenn ich bsp: schöller.de erwerbe ?
kann ich die vll später mal an schoeller.de verkaufen? haben die eine Möglichkeit mir die domain rechtlich zu verbieten ?

ps: wehe einer machts vor mir …war meine idee gg

rechtlich verbieten können die dir das erwerben nicht. es gilt aber bei domains mittlerweile auch das markenrecht (shell-urteil) → wenn schöller klagt & recht bekommt gilt für dich meistens abgabe der domain + schadenersatz. also nix mit verkaufen :wink:

und wie siehts mit Städten aus? also bsp http://www.köln.com ?

hmm, so wie ich das verstanden habe braucht man ein plugin damit der
IE die umlaute in domains versteht…

das ist doch irgendwie kagge. woher willste wissen, das jeder des plugin hat?

cuMASTER

damals war internet auch kacke …woher sollte denn jeder nen pc haben? :wink:

Muss sich halt jeder selbst überlegen, ob er
a) an sämtlichen Standards vorbeiarbeiten will und
b) sämtliche nicht-IE-Nutzer (bzw. nicht-Windows-Nutzer, denn den IE gibts auch für MacOS, das Plugin allerdings nicht) von dem Besuch seiner Seite ausschliessen will.


Ein Interessanter Artikel aus dem Heise Newsticker dazu:

Das ganze ist in meinen Augen nur Spielerei, ich würde nie eine Seite nur über solche IDNs verfügbar machen.
Ausserdem würde ich erstmal warten, bis sich wirklich alle auf eine einheitliche Technik zum Auflösen von “Umlaut-Domains” geeinigt haben, die dann auch auf jedem Betriebssystem funktioniert.
Für was anderes als HTTP lässt sich die verwendete Technik mit Browser-Plugin übrigens nicht benutzen, wer also andere Dienste unter so einer Domain anbieten will (z.B. IRC,Mail,FTP,SSH) fällt erstmal auf die Nase.

Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis das allgemein üblich ist.
Die ICANN ziert sich immer bei nicht von ihr selbst gemachten Vorschlägen.
Klar, am gegenwärtigen Standard ist das vorbeigelaufen.

Diese IDN-Domains werden eben auf eine bestimmte Art und Weise kodiert. Dann lauten schöller.com eben schlÄler.com intern oder so. Total normal, Thema Lokalisierung/Internationalisierung, Kasperle.
Dass das in den DNS-Architekturen zu Problemen führt, irgendwelche falschen Meldungen versendet usw. halte ich wiederum für eine Schwäche derselben, dann muss man eben den heutzutage selbstverständlichen Anforderungen an I18N/L10N-Fähigkeit von Software gerecht werden. Wer’s nicht tut, der kriegt die Quittung in Form von Alternativen.

Das PlugIn ist eh vorübergehend zu sehen, bis die Browser-Herstelller diese wirklich trivialen Schritt der Internationalisierung nachvollzogen haben. Wie immer eben…

Und eine Spielerei ist es definitiv NICHT, weil viele Länder sowas von total neben dem Latin-Zeichensatz liegen, dass es fast schon diskriminierend ist, dass ein Russe nicht in seiner bei ihm üblichen Zeichen eingeben darf.
Mal ganz zu schweigen von der grossen Mehrheit der Chinesen…
…in Deutschland gibt’s dafür vom Staat den schönen Begriff “diskriminierungsfreier Zugang zu…”

In der ICANN sitzt niemand, der sich für die Belange von Chinesen, Russen, Arabern usw. mehr als peripher interessiert… Pech, wenn jemand eben dafür sorgt, dass das trotzdem funktioniert.

Ich jedenfalls unterstütze das Vorhaben diesmal.

Du hast sicher recht, das da einiges in Richtung Internationalisierung getan werden muss.

Das Verfahren von VeriSign sieht allerdings so aus:

Der Internet Explorer encodiert Nameserver-Anfragen von URLs mit Umlauten in einem 8-Bit Zeichensatz, der auch Zeichen mit einem Wert über 127 benutzt. Kommt so eine Anfrage bei einem Verisign Nameserver an, liefert der einen falschen Eintrag zurück, so das der Internet Explorer auf einen der Webserver von Verisign zugreift. Dieser untersucht dann anhand des HTTP-Requests, ob der User das Plugin installiert hat, wenn nicht, schickt er eine Seite von der man das Plugin downloaden kann und auf die gewünschte Seite kommt.
Anfragen nach den zuständigen lokalen Nameservern und Mailservern werden von den nach wie vor mit “No such domain” beantwortet.
Das Plugin scheint die Nameserver-Anfragen des Internet Explorers in einem Standardisierten 7-Bit Format zu enkodieren, so daß man gleich den gewünschten Eintrag bekommt, ohne den Umweg über die Verisign-Webserver zu gehen.

Das Verfahren ist beschrieben unter:

Die Stellungname des IAB:
http://www.iab.org/Documents/icann-vgrs-response.html

Das sieht mir doch mehr nach einem Pseudo-Standard und wüstem Gepfusche aus.

Es wäre doch wünschenswert, wenn DNS-Queries gleich auf der System-Ebene richtig enkodiert werden (so dieser Standard für das enkodieren internationaler Domains in 7Bit tatsächlich existiert oder die Nameserver irgendwann 8 Bit oder sogar mehr können), sowas sollte man nicht in der Applikationsschicht machen.


Nochwas lesenswertes zu Internationalisierung:
Why Unicode won’t work on the Internet

Hmm, hast Du Deine letzte Antwort nochmal editiert, wäjrend ich diese hier geschrieben habe, oder habe ich mal wieder nicht richtig gelesen?

Sieht so aus, als wären wir uns im Prinzip ja einig :smiley:
Internationale Domains sind gut, wenns dafür einen echten Standard gibt ists noch besser. Das Plugin sorgt sicher wieder für ein bischen Diskussion um diese Themen, was ja auch nicht verkehrt ist. Da ich allerdings selten den Internet Explorer benutze, stehe ich diesem Verfahren vermutlich etwas ablehnender gegenüber :wink:

Schätzungsweise wird das, weil ein Grossteil der normalen Internet-Nutzer nun mal nicht aus Amerika oder England kommt, sehr schnell beliebt werden. Und entsprechende “zentrale Stellen” müssen dann endlich mal mit sauberer Software nachziehen, und das betrifft auch alle DNS-Implementationen… angesichts der viel zu stark gewordenen Einflüsse von Politik und Wirtschaft in den letzten Jahren wird ja jeder Standardisierungsversuch über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte verschleppt. Dann lieber ein “inadäquater Vorstoss”.
Man wird sehen, was daraus wird. Und WENN was daraus wird, dann gehört hä.net mir. g

muss eine domain nicht aus mind. 3 zeichen bestehen?

tut sie doch, weil der name in wirklichkeit mit mehreren zeichen gebildet wird. siehe teks post weiter oben, oder hab ich das jetzt falsch verstanden tek?

Erstens ist richtig, was Schulter sagt; intern ist sie sogar mindestens 5-stellig.

Und die Regel mit den mindestens 3-stelligen Domains gilt nur für Otto-Normal-Verbraucher und sparsame Leute; insbesondere gilt sie in Deutschland bei .de-Domains, aber nicht zwingend anderswo.

Mit dem richtigen Geld kann man sehr wohl ein- und zweistellige Domains bekommen.
Auch politische Interesse ermöglichen das.

Beispiele: http://www.x.com , http://www.eu.com