Mobility Radeon 9800

Ich hab gerade endlich mal wieder einen gelungenen Artikel bei THG gelesen. Der Test zur neuen Notebook-GPU von Ati.
Das Fazit finde ich absolut passend:

Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich oft sehr nahe bei einander - wie wir meinen auch im Fall des Mobility Radeon 9800 bzw. den damit realisierbaren Notebooksystemen.


Zugegeben mit dem neuen mobilen Flagschiff, welches über acht Pixelpipelines, vier Vertexshader und ein 256-Bit-Speicherinterface verfügt, schreibt ATI erneut Technikgeschichte und kann sich mehr als deutlich ein weiteres mal die Performancekrone sichern. Es ist auch richtig, dass mit diesem Highend-Grafikchip der 3D-Performance-Unterschied zwischen einem Desktop-PC und einem entsprechend ausgestattetem Notebook noch geringer als beim Vorgänger, dem MR9700, wird. Ja, und es stimmt auch, dass ein Desktop-PC mit einer nicht einmal Jahr alten Mainstream-Grafikkarte wie der ATI Radeon 9600XT gegenüber dem Notebook mit Mobility Radeon 9800 klar den Kürzeren zieht.

Aber um welchen Preis bitte? Möchten Sie - die Ingenieure bei Dell mögen uns diesen Kommentar verzeihen - einen fast 4,5 kg schweren Notebook-Knochen und dazu noch ein mehr als 1 kg schweres 150 Watt-Netzteil Tag für Tag oder auch nur ab und an durch die Gegend schleppen? - Sorry, wir nicht. Wieso bietet man den Akku nicht optional an und integriert das Netzteil ins Gerät, Stichwort “Desknote”? ECS-Elitegroup hat es doch schon mal vorgemacht. So könnte man zumindest die Schulter der kleinen Gemeinde der “Mobile Gaming Enthusiasten” von rund 700 Gramm “unnützer” Last befreien und Ihnen die Entscheidung überlassen, ob sie ihr Geld für einen relativ nutzlosen Akku ausgeben wollen, oder lieber einen Handkarren für den Transport von A nach B anschaffen.

Damit sie uns nicht falsch verstehen: Ja es ist auch für mich faszinierend zu sehen, welche 3D-Performance und welche Qualität der 3D-Darstellung von Systemen des Kalibers eines Dell Inspiron XPS (2600 Dollar) oder Dell Inspiron 9100 (2400 Euro) zu Tage gebracht werden. Und selbstverständlich sind wir auch für technischen Fortschritt. Denn er ist es der die Branche vorantreibt und Arbeitsplätze sichert.

Aber wir können uns nicht für transportable Notebooksysteme begeistern, die den Namen “Notebook” nur noch auf Grund ihres Formfaktors verdienen. Die kleine aber feine Gemeinde der “Mobile Gaming Enthusiasts” für die diese Maschinen schließlich und endlich bestimmt sind, mag das (wahrscheinlich) anders sehen.

Aber sei es drum. So schnell und detailreich wie mit Schlepp-Top-Systemen, die auf einem Mobility Radeon 9800 basieren, konnte man bisher nur an einem stationären Desktop-PC ballern.

Quelle: http://www.de.tomshardware.com/mobile/20040727/index.html