proud 'old' europeans (was: de_museum & cs_rio)

da fehlt aber noch ein “old” vor european :wink:

cu,
wanda

ach, wie die amis seit neuestem bestimmte teile von europa bezeichnen ist mir wurscht. ich seh mich eigtl. wenn dann als gesamteuropäer. :wink: wenn rumsfeld mit “alt” meinte “reif, mit traditionen, mit kultur”…na gut, dann sind wir halt alte europäer.
aber so in letzter zeit wird mir irgendwie wirklich bewusst, wie froh ich bin, europäer zu sein.
ich hätte mir irgendwie stundenlang die liveübertragungen der zeremonien der letzten tage ansehen können. :smiley:
ich bin wirklich ernsthaft stolz darauf, wie sich frankreich und deutschland in den letzten tagen präsentieren, auch gegenüber amerika. also dass der gerhard nicht vor bush kuscht, rechne ich ihm hoch an. wir sind halt für die amis immer noch keine gleichberechtigten allierten sondern stehen eher noch unter amerikanischer schutzherrschaft. und das packen die amis halt nicht, wenn die deutschen, die ihnen so viel zu verdanken haben, ihnen widersprechen. wir sind halt kleine undankbare kinder.
ich denke, die äusserungen rumsfelds haben vor allem den effekt, dass europa noch stärker zusammenwächst.
wie sich europa zur zeit entwickelt gefällt mir sehr gut. zur neuen weltmacht, nur mit kultur und vernünftigen moralvorstellungen. :wink:

btw: hat gestern nacht jemand auf ard die reportage “das kartell” gesehen? ging halt mal wieder darum, wie bush zum präsidenten gemacht wurde und wie gross der einfluss der grossen industrie- und besonders ölmulties ist. war sehr interessant.

matt,
proud european

Ach, grad hab ich mal auf spiegel.de vorbeigeschaut und ein sehr gutes Zitat gefunden. Ist von dem französischen Regisseur Luc Bondy:
“Wenn das alte Europa, das den Krieg gekannt hat, nun die Vernunft und die Raison besitzt, den Krieg nicht mehr zu wollen, dann bin ich für dieses alte Europa, das das neue Europa ist.”

Das Problem ist halt einfach, dass die Amis wenig Ahnung von Europa haben. Dazu sind sie scheinbar noch intolerant bzw. ignorant genüber der europäischen Meinung.

matt,
proud european


Huhu Admins!
Könnte man den Thread hier splitten und ins Offene Forum verschieben?
Ich glaub der hat Potential. :grin:

Was hast du denn gesoffen Matt das du auf einmal so nastolgisch werden kannst? :smiley:

BTW, ich will immer noch Lust auf n treffen aber anscheinend hat da keiner ansonsten mehr Lust zu, sach ma bescheid wenn du und Wolf Zeit habt. Hab grad viel Zeit und muss nur n Platz für mich und meine Perle haben dann schau ich wenigstens ma n WE bei euch vorbei.

So, gesplittet isser. Waer sonst ja auch zu schade, wenn die posts in irgendso nem langweiligen map thread untergegangen waeren.

Ja, ich war auch sehr … beruehrt von der Zeremonie in Versailles. Das haben die schon gut hinbekommen. Auch wenn natuerlich nicht alles Gold ist was glaenzt.
Aber der Chirac. Mann, kann der historisch gucken, wenn er so ne Rede haelt. Das hat uns Gerhard nicht so gut hinbekommen.

Und der eingeschlagene Kurs gefaellt mir sehr gut. Europa kann politisch nur stark agieren, wenn Frankreich und Deutschland an einem Strang ziehen. Hoffen wir, dass die beiden Laender die Buchstaben dieses Vertrages wirklich wieder mit neuem Geist erfuellen koennen.

Und die harte Linie unserer Regierung finde ich sehr gewagt, aber genau richtig. Auch wenn da vielleicht ein wenig mit reinspielt, die Waehler nicht nochmal mit nicht eingehaltenen Wahlversprechen verprellen zu koennen.
Aber wenn ich dann hoere, was die Opposition schon wieder faselt: Dass das entschiedene Nein ein grosser Fehler gewesen sei. Dass man sich nicht gegen einen sonst einstimmigen UN Beschluss stemmen duerfe.
Achsooo. Wenn die Amerikaner es also wieder schaffen, alle Mitglieder des Sicherheitsrats dazu zu bringen, fuer eine neue Resolution (die den Krieg “einfacher” moeglich macht) oder direkt fuer ein militaerisches Mandat zu stimmen (hier und da dann wieder mit dem noetigen wirtschaftlichen Druck, z.B. Russland), dann, Frau Merkel, darf sich Deutschland nicht dagegen stellen? Stimmt, dann ist ja auch auf einmal alles anders. Wenn die UN dann naemlich sagt, dass militaerisches Eingreifen abgesegnet wird, dann hat das auch mit einem Mal volle Legitimation und keiner darf dagegen stimmen.
So ein Schmarrn.

Ich meine, im Irak mag ein noch so unrechtes Regime sitzen. Und die moegen auch noch ihre Giftgasarsenale haben. Aber dass die Amerikaner jetzt ihre machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen mit den Prinzipien vernebeln, die Bush im letzten Jahr so hoch gepriesen eingefuehrt hat, ist sowas von laecherlich. Nordkorea passt da so hundertprozentig in das neue Profil des “Schurkenstaats”, das glaubt man gar nicht. Klar, ich will auch nicht, dass die jetzt ihre Truppen da hin verfrachten und da einfallen (wovor es den Amis aber sowieso gruselt wie noch was). Aber vor diesem Hintergrund den Irak als schlimmste tickende Zeitbombe verkaufen zu wollen, ist nicht zu toppende Heuchelei. Die wollen jetzt mit aller Gewalt die Inspektoren da weg und ihre Hochtechnologie-Armee ueber das Land lassen.

Und da ist es nur gut, wenn sich eine Allianz findet, die da mal klar und entschlossen NEIN sagt. Ich meine, es wird in dem Fall nichts bringen, selbst wenn Frankreich (und vielleicht sogar Russland und China) vom Vetorecht Gebrauch machen wird. Die Amis werden dann ohne UN Mandat zuschlagen, mit den Englaendern an ihrer Seite. Fuer die gemaessigte Linie in den USA waere es ausserdem eine herbe Schwaechung. Rumsfeld und seine ganzen Hardliner (“rechte Hunde” wie Powell seinen damaligen Vorgesetzten Rumsfeld und Konsorten mal nannte) haben dann Oberwasser und Powell kann mit seiner UN-konformen Politik einpacken. Aber auf dem Weg isser eh.

Aber den Amerikanern darf man keine Blankoschecks geben. Wenn man denen jetzt nichtmal die Grenzen aufzeigt, dann isses zu spaet.
Bedauerlich und vor der Staerke (militaerisch, wirtschaftlich und weltpolitisch) auch beaengstigend zu sehen, wie Amerika aus der Weltgeschichte nicht gelernt hat und fuer sich (und alle treuen und loyalen Alliierten) die “gute” Seite in Anspruch nimmt. Eine solche Schwarz-Weiss-Malerei ist nie gutgegangen.

Aber hoffen wir auf das “andere” Amerika. Die Proteste vor wochenfrist haben gezeigt, dass es da auch noch eine andere (nicht leise) Stimme in Amerika gibt. Und die wird auch immer lauter. Wohl auch ein Grund fuer die Ungeduld der Regierung.
Wenn Bush dann hoffentlich im naechsten Jahr abgewaehlt wird, dann sehen wir wieder besseren Zeiten entgegen (wenn auch nicht wirklich guten Zeiten).

So, jetzt hab ich mich wieder hinreissen lassen… naja, wie auch immer.

Beorn

P.S. Wer “Bowling for Columbine” noch nicht gesehen hat. UNBEDINGT anschauen. Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Wichtig zu erwaehnen ist, dass es ein Dokumentarfilm ist. Michael Moore zeichnet ein verdammt interessantes und viel erklaerendes Bild der amerikanischen Gesellschaft. Aufhaenger ist das Massaker der beiden Schueler an der Littleton Highschool. Aber es geht weit darueber hinaus.
Mit bestechend harten, nicht widerlegbaren Statistiken. Es zeigt auch, dass es da eben noch ein anderes Amerika gibt.

Unvergessen bleibt die Clinton-Rede zum haertesten Bombardement im Kosovo (da wurde unter anderem ein Krankenhaus plattgemacht) und ein paar Stunden spaeter seine Presseerklaerung zu der unbeschreiblichen Katastrophe in Littleton.
Ebenso die lange Liste der Regierungen, die die CIA gestuerzt, eingesetzt, fallengelassen hat. Und was daraus jeweils geworden ist.
Naja, und dann der so krasse Vergleich mit Kanada, was Waffen und Morde angeht.

Der Film hat (IMHO) nicht umsonst bisher die Hoechstwertung in IMDB. Ein Muss.

So, und jetzt muss ich endlich pennen gehen :see_no_evil:

na dann aber auch mal schoen “Stupid White Men” lesen :smiley:
darin wird unter vielen anderen dingen aufgezeigt, wie der herr bush zB die wahl “gewonnen” hat…
apropos, dem seine sponsoren haben jetzt auch eine anzeige geschaltet, in der sie ihre wahlgelder zurueck verlangen. wenn der mann nihct mal ehrlich verschissen hat so langsam…
aber warten wir mal ab, er ist schliesslich “amerikaner”…

Jo, hab ich mir fest vorgenommen, das als eins der naechsten Buecher zu lesen…

Beorn

Seit langem wird hier mal wieder richtig konstruktiv geschrieben!!!
Männer, ihr sprecht mir aus der Seele!!!

Wie ich diesen Amerikanischen Imperialismus satt habe! Ich habe als Europäer wirklich langsam die Schnauze voll von einem Volk gegängelt und bevormundet zu werden, die keine wirklich eigene Kultur und nur eine lächerlich kurze Geschichte vorzuweisen haben.

Europa befindet sich auf dem richtigen Weg. Wir dürfen einfach nicht mehr zulassen, dass wir uns in jeden Dreck der Amis reinziehen lassen.

Europa sollte als Partner für alle Völker der Erde eine Art Vorbild darstellen. Uns sollte Toleranz und intelligente Partnerschaft auszeichenen!
Unsere Kultur uns unsere geschichtlichen Erfahrungen sollten als Chance gesehen werden um zu zeigen, dass man auch andere Wege gehen kann, als den doch billigen und einfachen Weg des Krieges.

defuer, dass europa von den amis nicht ganz so ernstgenommen wird, haben wir selbst mitschuld. Deutschland und Frankreich ziehen jetzt an einem strang, aber wie oft war das so?
statt einer EU, die die einigung Europas zielstrebig vorantreibt, haben wir eine buerokratische geldvernichtungsmaschine geschaffen, die sich hauptsaechlich um sinnlose projekte wie die bauernsubvention widmet.
und die europaeischen armeen sind der letzte witz: veraltete ausruestung, hauptsaechlich auf den kalten krieg ausgerichtete systeme, chronischer geldmangel, nur ein paar tausend wirklich einsatzbereite soldaten in jedem land.
da darf man sich nicht wundern. die witzfigur ist europa nicht ganz zu unrecht, wir sollten uns mal an unsere eigene nasen fassen und fuer ein richtiges Europa sorgen statt fuer ein so krankes gebilde.

was den sicherheitsrat angeht: Russland ist fuer Bush kein problem, Putin hat kein geld und laesst sich gern kaufen. beim afghanistaneinmarsch war es freie hand in tschetscheinien, diesmal will er wahrscheinlich seinen anteil an den irakischen oelquellen.

China wird schon eher mit ‘nein’ stimmen, da den chinesen die rolle der amis als weltpolizisten suspekt ist.

Ich hab leider nichts dem ganzen hinzuzufühgen, da jegliche Fakten schon niedergeschrieben worden sind und ich diesen nur Zustimmen kann.

Ein wichtiges Augenmerk soll man aber noch darauf legen was Degowski geschrieben hat :

Seit langem wird hier mal wieder richtig konstruktiv geschrieben!!!
Männer, ihr sprecht mir aus der Seele!!!

Es trifft den Nagel auf den Kopf.

Weiter so

Eo

Seit langem wird hier mal wieder richtig konstruktiv geschrieben!!!
Männer, ihr sprecht mir aus der Seele!!!

hm. ich finde eigentlich, dass die meisten hier konstruktiv sind - wenn auch nicht immer einer meinung.

aber da die board-bekannten trolls diesmal davon abgesehen haben, ihren seltsamen senf dazuzugeben, schaut der thread ganz gut aus. :grin:

Ich habe Kohl nichts hinzuzufügen. Doch eines vielleicht noch, aber mehr als Antwort auf Beorn zu verstehen:

Ich halte weltpolitisch gesehen den Irak mit seinem Despoten und dessen Sohn, sowie Familie, die (zumindest der Sohn) nach eigener Aussage die gleichen Ansichten haben wie S.H., für den im Moment größten Krisenherd der Erde.

Das Land verfügt m.E. sicher über diverse “not listed” Waffenarsenale. Die UN Inspekteure können doch so oder so nur das prüfen, was an der Oberfläche ist - und eben das dann mit den Berichten der Regierung vergleichen.

Sicher ist jedoch auch, dass der Irak nicht über globale Reichweite verfügt, sondern “nur” über regionale.
Aber genau das macht die Lage dort so brenzlig. Als wahrscheinlichstes Ziel muss hier wieder Israel herhalten - das innerlich und äusserlich selber noch nicht so gefestigt ist.

Mein hypothetisches “Worst Case Szenario” sieht so aus, dass der Irak durch die Bedrohung der möglicherweise anrückenden US-Armee sich zu einem Giftgasangriff auf Israel hinreissen lässt. Die Palästinenser erkennen “die Gunst” der Stunde und versuchen natürlich mit allen Mitteln, das geschächt darstehende Israel ein für allemal von ihrer Position "zu überzeugen.

Nordkorea baut munter weiter die vermeindlichen Atomwaffen, da es schön weit ab vom Geschehen liegt.

Während dessen, abgelenkt durch den Irak, den nun offenen Krieg in Israel/Palästina und die Bedrohung durch Nordkorea, entgeht der Weltpolizei und ihren zwangsweise Verbündeten, dass Paksitan und Indien ein für alle mal ihren Kaschmirkonflikt “lösen”.

Hoffen wir, dass ich wie so oft mit meinem Hypothesen zu pessimistisch bin.

MfG
JJ

Jo, mit dem Irak hast Du sicher recht. Aber ich denke nicht, dass ohne die Bedrohung der Amerikaner eine wirkliche Gefahr fuer Israel oder so bestanden haette. Der Irak haette einen Teufel getan, nochmal ein anderes Land in der Region zu ueberfallen. DANN haette es einen eindeutigen UN Beschluss gegeben, dem sich auch niemand entzogen haette.

Naja, das muss man mal nen bissel genauer anschauen. Warum Nordkorea auf einmal da auf den Tisch haut und dieses obskure Saebelrasseln anfaengt. Die haben sich halt auch ziemlich verarscht gefuehlt. Das Land ist extreeeem abhaengig von den Wirtschaftshilfen, gerade von den USA. Und die haben so mir nichts Dir nichts von einem auf den anderen Monat mal eben fast alles in der Richtung eingestellt. Also hat sich Nordkorea wohl gedacht, ok, dann fletschen wir mal mit den Zaehnen. Und siehe da. Es scheint gewirkt zu haben. Die Regierung Bush weiss, dass sie erstens nat. keinesfalls an zwei Schauplaetzen gleichzeitig militaerisch intervenieren kann (zumindest kurzfristig gesehen) und was viel entscheidender ist zweitens, dass man in Nordkorea nicht mal so eben wie im Irak reinspaziert. Das Bedrohungspotential von Nordkorea ist eben um Dimensionen groesser als das des Irak. Ausserdem wuerde sich das China noch viel weniger ansehen.
Naja, wie gesagt, es scheint ja geholfen zu haben. Der amerikanische Sondergesandte hat die Hilfslieferungen wieder anlaufen lassen und prompt ist Nordkorea auch bereit, die Atomenergiebehoerde wieder kontrollierend ins Land zu lassen.

Auch das soll nicht so verstanden werden, dass ich diese Aktion der Nordkoreaner gutheisse. Im Gegenteil. Auch das Regime ist ein dermassen rueckstaendiges, totalitaeres, menschenverachtendes. Aber Bushs momentane Vorgehensweise, solche Probleme zu loesen, finde ich gar nicht gut. Und vor dem Hintergrund kann ich die nordkoreanische Reaktion irgendwie schon verstehen.
Dass das Regime in Nordkorea auch oder vor allem an der Armutsmisere im eigenen Land Schuld ist, ist vollkommen klar. Aber dem kann man nicht in Bush-Manier begegnen.
Dieses alte totalitaere System wird sich von der Geschichte klarmachen lassen (und das dauert bei denen eben noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte), dass so kein Staat ueberleben kann.

Während dessen, abgelenkt durch den Irak, den nun offenen Krieg in Israel/Palästina und die Bedrohung durch Nordkorea, entgeht der Weltpolizei und ihren zwangsweise Verbündeten, dass Paksitan und Indien ein für alle mal ihren Kaschmirkonflikt “lösen”.

Du meinst Loesen im Sinne von beiderseitig auf den Knopf druecken? Das glaube ich nicht. Aber richtig ist sicherlich, dass das ne bedrohliche Situation ist. Aber wohl noch nicht annaehernd so heikel wie die damalige Kubakrise. Bei den beiden Streithaehnen denke ich auch, dass beide so vernuenftig sind, solche Waffen nicht einzusetzen. Atomwaffen haben eben, so hart das klingt, schon ein Gutes. Sie wirken abschreckend, daran besteht kein Zweifel. Zumindest, wenn beide Konfliktpartner solche Waffen besitzen. Jeder der beiden weiss dann, dass ein Einsatz dieser Waffen das eigene Land ruiniert, wie nichts anderes ein Land ruinieren kann. Wenn beide keine Atomwaffen haetten, wuerden die sich schon laengst aufs Maul hauen, da bin ich mir fast sicher. Dass sie es nicht tun, kann Hoffnung machen. Aber man muss auch sehen, dass die Beiden den Konflikt auf absehbare Zeit alleine nicht werden loesen koennen. Und auch hier wird eine Vermittlung eine ueberaus schwierige Angelegenheit. Aber dieser Konflikt ist leider wegen der anderen aktiveren Krisenherde weit in den Hintergrund gerueckt.

Hoffen wir, dass ich wie so oft mit meinem Hypothesen zu pessimistisch bin.

Tja, das hoffen wohl alle. Aber ich denke auch, dass die Chancen dafuer nicht schlecht stehen. Aber eine Regierung wie die in Amerika, leistet momentan nur einen einzigen Beitrag zur Weltpolitik. Destabilisierender geht es fast gar nicht mehr.

Beorn

Mein hypothetisches “Worst Case Szenario” sieht so aus, dass der Irak durch die Bedrohung der möglicherweise anrückenden US-Armee sich zu einem Giftgasangriff auf Israel hinreissen lässt.

schlimmer waere noch, wenn der Irak zusaetzlich die eigenen oelquellen erstmal unbrauchbar machen wuerde und die oelraffinerien in Saudi Arabien, Kuweit und den VEA mit chemischen/ biologischen agenten beschiesst - bis das wieder repariert ist, wuerden die oelpreise explodieren. das koennte eine weltweite depression ausloesen.

aber hoffen wir mal, dass es so schlimm nicht kommen wird.

Zunächst mal meinte ich nicht, dass Pakistan und Indien “auf den Knopf drücken”, sondern eher, dass sich dort richtig auf’s Maul gegeben wird, aber ohne Netz und doppelten Boden.

@Kohl:

Ganz so “worst worst Case”-mässig hab’ ich nicht gaedacht, allerdings.


MfG
JJ

Viel zu sagen habe ich auch nicht mehr, da hier schon alle die wichtigsten Punkte aufgeführt haben.
Zu erwähnen sei nur noch, dass die USA den Feldzug gegen den Irak nicht nur wegen Sadam planen. Man darf nicht vergessen, dass sie sich(und das nun bitte nicht falsch verstehen) im Krieg gegen den Terrorismus befinden. Da gehört der Irak nun einfach dazu, aus der Sicht der USA zumindest. Ein “einfacher” Einmarsch wie in Afghanistan ist allerdings nicht möglich, also einfach ein anderes Argument an den Tag legen und schon kann es losgehen. Das das nun doch nicht so einfach ist, ist für die Regierung der USA nun doch nicht so leicht zu verdauen.
Wahrscheinlich auch desshalb, weil fast jede verbündete Regierung nach dem 11.09.01 ein “Freiticket” an die USA abgetreten hat.
Soviel zu den USA.

Was ich allerdings noch viel schlimmer finde, ist der “kleine” Mann auf der kleinen Insel in Europa, der den Einsatz von nuklearen Waffen gegen den Irak nicht vollkommen ausschliesst. Ja wie bitte!? Da kam mir echt die Galle hoch als ich das gehört habe. Das sollte uns vll auch zu denken geben. Wie kann ein europäisches Land/eine europäische Regierung heutzutage den Einsatz von solchen Waffen nicht ausschliessen?!?!
Aber auch hier macht sich so langsam eine negative Haltung, sogar in der eigenen Partei von Herrn Blair, stark.

Wahrscheinlich gefällt es den Briten einfach gegen den
europäischen Strom zu schwimmen in dem sie sich sowieso nicht wirklich wohl fühlen. Wenn sie sich das leisten könnten würden die Briten ja bei einem vereinigten Europa sowieso nicht mitmachen.
Die sitzen doch lieber auf ihrer Insel und kochen ihr eigenes Süppchen.

Das hier finde ich übrigens sehr interessant zum Thema:

aber der Widerstand wächst zum Glück auch in England:

ich fürchte nur dass die angesammelte Militärmacht da unten so oder so nicht ungenutzt wieder abzieht - das ist doch seit langem beschlossene Sache und es fehlt nur noch der richtige Anlass - bzw. dieser muss noch künstlich erzeugt werden.

Man darf nicht vergessen, dass sie sich(und das nun bitte nicht falsch verstehen) im Krieg gegen den Terrorismus befinden. Da gehört der Irak nun einfach dazu, aus der Sicht der USA zumindest.


das halte ich fuer eine billige ausrede. so sehr der krieg gegen den terrorismus und der mit ihm verbundene einmarsch in afghanistan auch sinnvoll war und ist, so ist es doch absurd, dem regime im Irak ohne beweise eine beteiligung anzudichten.

warum zeigen denn die amis ihre beweise nicht, wenn sie welche haben? dreimal darf geraten werden…

die regierende Baath-partei im Irak hat bestimmt kein interesse, den islamismus zu foerdern. allein ideologisch ist die partei weit vom terrorismus entfernt, und sie weiss natuerlich, dass auch sie ein feind der islamisten ist. eine weltliche diktatur ist El-Qaida nunmal ein dorn im auge - ausser man kauft sich frei so wie die Saudis, die mir immer unsymphatischer werden.

es geht hier ums oel, um nichts sonst. die Bush-administration will eine US-freundliche regierung in Bagdad, die den oelhahn aufdreht. die reserven im Irak sind nach schaetzungen groesser als die in Saudi Arabien und damit die groessten der welt. das saudi-regime selbst liegt in den letzten zuegen, ein sturz der monarchie in absehbarer zeit wird immer wahrscheinlicher.

wenn es den USA gelingt, eine entsprechende regierung im irak einzusetzen, koennen sie auf die saudis verzichten, der oelnachschub waere gesichert.
zudem laege es auf der hand, eine pipeline ueber die tuerkei zum mittelmeer zu legen. die verschiffung des wertvollen oels koennte leicht gesichert werden, und man koennte auf die raffinerien im instabilen golf verzichten.

es gibt da allerdings noch ein paar ungeklaerte ‘details’. z.b. duerfen die kurden im norden des Irak nicht unabhaengig werden, das wuerde die lage in der Tuerkei destabilisieren und die ganzen schoenen plaene zunichte machen. oder man denke an einen buergerkrieg, der etliche laender in der region erfasst oder oder oder.

eins darf man aber auch nicht vergessen: wenn das klappt, was die amis vorhaben, koennte das der weltkonjunktur einen schub verpassen und die spritpreise in den keller treiben.

…und das freut dann vor allem diejenigen unter uns die einen 750er
BMW fahren gell? :wink:

Hi!

Prinzipiell muss ich Kohl recht geben. Es geht natuerlich nur ums Oel. Die Terrorbekaempfung benutzen die doch gerade nur als Vorwand, um ueberall in der Welt aufzuraeumen, wo ihnen was nicht passt. Sehr angenehmer Freibrief. Also meine Meinung von den Amerikanern ist gerade auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen.

Zu den Spritpreisen, die 750er BMW Fahrern gefallen duerfen. Es mag durchaus sein, dass die Preise ordentlich fallen werden. Aber da wette ich drum, dass unsere tolle Regierung dann einfach wieder 10 neue Oekosteuererhoehungen draufschlaegt, um das wieder auszugleichen. Alleine der Name Oekosteuer laesst mich kotzen. Wer glaubt denn bitte an solche Ammenmaerchen? Und jetz erzaehl mir noch einer bitte, wie toll oekologisch unsere SPD/Gruenen Regierung doch ist. Vor allem die sehr sinnvolle Abschlatung der deutschen Kernkraftwerke, die ja nur die sichersten der Welt sind. Da hat dann nur mal eben einer uebersehen, dass wir dann den ausgefallennen Strom aus dem Osten beziehen muessen, deren Kraftwerke alle nach Tchernobyl Vorlage gebaut sind. Na danke! Aber es gibt ja bestimmt Leute, die glauben daran, dass unsere Kohlekraftwerke den Energiebedarf Deutschlands decken und vor allem sooooooo unenedlich Umweltschonend sind. Wenn ich nur an den Tagebau in der Gegend um Aachen denke. Und der ist noch klein. Aber naja, ich will mich hier nicht ueber die unfassbar dreiste Verlogenheit unserer Regierung aufregen. Und was kann man schon von einer Partei erwarten, wo wie Abgeordneten waehrend einer Sitzung stricken? Und nein, die Schwarzen sind bestimmt nicht besser. Aber die raffen wenigstens, was wirtschaftlich sinnvoll ist.

cu FJ